Mehr als nur streicheln

Tiergestützte Therapie im Paritätischen Seniorenwohnen Dr. Victor Aronstein

 

Wer das Paritätische Seniorenwohnen Dr. Victor Aronstein betritt, hat gute Chancen, Hund Oskar über den Weg zu laufen. Er gehört zu Melanie Kridde, die dort als Ergotherapeutin arbeitet.

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die tiergestützte Therapie, hierfür hat sie eine Zusatzqualifikation absolviert.

Oskar ist ein Bearded Collie. Die Hunderasse gilt als sehr zuverlässig, fröhlich, ausgeglichen und aufmerksam. Melanie Kridde kann das nur bestätigen: „Die Rasse ist sehr liebenswert, manchmal werden sie auch als Clowns bezeichnet, sie wollen, mittendrin sein.“ Der Vierbeiner unterstützt die Ergotherapeutin bei ihrer Arbeit. Er motiviert die Bewohnerinnen und Bewohner, ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten zu aktivieren.

Der große Unterschied zwischen einem Besuchshund und einem Therapiehund ist, dass der Besuchshund von einem Hundehalter ohne therapeutische Ausbildung geführt wird. Der Therapiehund ist kein Therapeut, sondern der geschulte Mensch leitet den Hund an.

„Gerade demenziell erkrankte Bewohnerinnen und Bewohnern fällt es schwer, die Gesichter und Stimmen den verschiedenen Personen zuzuordnen. Betrete ich aber mit einem Hund den Raum, wird sofort aufgeschaut. Die Bewohnerin oder der Bewohner setzt sich auf, sucht den Kontakt, bewegt sich, tritt in Aktion – hier wird definitiv eine andere Beziehungseben angesprochen, als wenn ich allein den Raum betrete.“

Und Oskar scheint die emotionale Gemütslage von Bewohnerinnen und Bewohnern zu erkennen. Ist jemand traurig, setzt sich Oskar daneben, was bei der Person Glückshormone freisetzt. Das hilft besonders da, wo die Pflege der vielen unterschiedlichen sozialen Kontakte durch die Covid-19-Pandemie extrem erschwert worden ist.

Oskar ist ein großer Hund, das ist für die tiergestützte Therapie von Vorteil. Auch im Rollstuhl sitzende Personen können Oskar mühelos streicheln. Er muss dafür nicht auf dem Schoß sitzen. Sein langes Fell lädt dazu ein, berührt zu werden. Das wiederum fördert Nähe, Zuwendung und Geborgenheit – alles zentrale Punkte für die Bewohnerinnen und Bewohner. Hier setzt der Hund an. „Es gibt keine Berührungsängste wie bei den Menschen“, sagt Melanie Kridde, „die Bewohnerinnen und Bewohner können ihren Gefühlen freien Lauf lassen“.

Noch muss die Ergotherapeutin viel Aufklärungsarbeit leisten: „Viele Menschen fragen mich: „Das ist ein Therapiehund, ach, was kann er denn? Kann er Kunststücke vorführen?“, sagt sie. Nein Kunststücke kann Oskar nicht. „Aber Oskar begleitet mich in meiner therapeutischen Arbeit, er unterstützt mich und ist oft Eisbrecher und Türöffner für jegliche Form der Kommunikation und Interaktion. Im Vordergrund steht dabei immer, die Bewohnerin und den Bewohner in ihrer Welt zu erreichen und sinnvoll zu betreuen.“

Melanie Kridde ist eine von mehr als 70 Kolleginnen und Kollegen im Paritätischen Seniorenwohnen Dr. Victor Aronstein. in dem modernen Neubau in Hohenschönhausen stehen 144 vollstationäre Einzelzimmer für Seniorinnen und Senioren zur Verfügung. „Wir freuen uns immer über neue Bewohnerinnen und Bewohner. Derzeit sind auch noch Plätze verfügbar.“

Für weitere Informationen wenden Sie sich direkt an die Heimleiterin Jana Kühn unter kuehn@pswohnen.de.

Ein Beitrag von Joyc Thoms-Holicki, Melanie Kridde und Konrad Kuhn